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Ulla Kikillus
Sonderschullehrerin |
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Bernd Giesen
Sonderschullehrer,
Konrektor |
In der Unterstufe
werden Kinder der Klasse 1 und 2 der Grundschule
und der Klassen 1 bis 3 der jeweiligen Sonderschulformen unterrichtet.
Der zahlenmäßig größte Teil der Schülerschaft ist Patientin oder Patient in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Diese Kinder unterrichten wir in Lerngruppen von vier bis acht Kindern, deren Zusammensetzung sich an den Jahrgangsstufen und am Lernstand der Heimatschule orientiert.
Unser Unterrichtsangebot für jedes Kind umfasst täglich vier Stunden. Angeboten werden die Fächer Sprache, Mathematik, Sachunterricht und der musisch-künstlerische Bereich. Zusätzlich besteht montags nach der Mittagspause die Möglichkeit zur Mitwirkung im Schulchor. Sportliche Betätigung ist durch die psychomotorische Therapie und die Schwimmgruppen der Klinik gesichert.
Für die Arbeit mit unseren Schülerinnen und Schülern
stellen sich drei Hauptaufgaben:
- Motivation zum Lernen wecken, Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten
und Fertigkeiten, welche die Kinder für das erfolgreiche Absolvieren
des ersten bzw. zweiten Schuljahres (bei Erst- bzw. Zweitklässlern)
benötigen;
- Verbesserung und Stabilisierung des Sozialverhaltens, so dass
die Kinder sich nach dem Klinikaufenthalt angemessen in das
Sozial- und Lerngefüge ihrer Heimatschule einfinden können;
- Schullaufbahnberatung für Kinder, die in der Regelgrundschule
unüberwindliche Schwierigkeiten mit dem Verhalten oder
Lernen haben. Wir erarbeiten in Zusammenarbeit mit den Therapeuten,
Eltern und der Heimatschule Perspektiven für eine geeignete
Schulform nach dem Klinikaufenthalt.
(Auszug aus unserem Schulprogramm) An diesen Aufgaben arbeiten wir gemeinsam mit den Schülerinnen
und Schülern.
Der Schultag beginnt mit einer Morgenrunde. Alle Kinder unserer
Stufe (Kl.1, Kl.2) treffen zusammen, um in der großen
Gruppe mit bis zu 16 Mädchen und Jungen die wichtigsten Ereignisse
vom Vortag zu berichten und zu besprechen. Neuankömmlinge
stellen sich vor und lernen spielerisch ihre Mitschülerinnen
und Mitschüler kennen. Pädagogischer Schwerpunkt dieser
Runde ist das Üben sozialer Regeln.
Es folgen zwei fachliche Lernblöcke, in denen in den Lerngruppen
(ca. 4 bis 8 Kinder) gearbeitet wird. Hier arbeiten die Kinder
orientiert an Materialien und Informationen aus den Heimatschulen
in den Bereichen Sprache, Mathematik oder Sachunterricht. Für
Kinder, die mit dem Stoff ihrer Heimatklasse noch Probleme haben,
stellen wir vereinfachtes Lernmaterial zusammen. Das Lerntempo
bestimmen die Mädchen und Jungen entsprechend ihren Fähigkeiten
selbst.
So gelingt es uns, eine angstfreie, entspannte Arbeitsatmosphäre
zu schaffen, in der fast alle Kinder angemessene Leistungen erbringen
können. Schulangst kann in der Regel überwunden werden.
Auch leistungsschwache Schülerinnen und Schüler erarbeiten
sich täglich Erfolgserlebnisse.
Der zahlenmäßig kleinere Teil unserer Schülerschaft
kommt aus der Onkologie oder der Pädiatrie. Diese Kinder
erhalten meist Einzelunterricht in ihren Krankenzimmern. Hier
arbeiten wir mit den Schülerinnen und Schülern parallel
zu den Unterrichtsinhalten ihrer Heimatklassen, um ihnen nach
dem Krankenhausaufenthalt einen problemlosen Wiedereinstieg zu
ermöglichen. Deshalb halten wir während des gesamten
Klinikaufenthaltes Kontakt zur Heimatschule.
Im Unterricht gehen wir behutsam auf die krankheitsbedingte Tagesform
der Kinder ein. Stoffauswahl und Lerngeschwindigkeit orientieren
sich am täglichen Leistungsvermögen der Jungen und Mädchen.
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